Guatemala

Als das nördlichste Land Zentralamerikas ist Guatemala mit ca. 13 Millionen Einwohnern das bevölkerungsreichste Land Mittelamerikas. Der Anteil der indigenen Bevölkerung von mehr als 50% an der Gesamtbevölkerung ist dabei im Vergleich zu den übrigen Ländern Lateinamerikas sehr hoch. Entsprechend gibt es auch eine Sprachenvielfalt, wodurch die Integration und Bildungschancen der indigenen Bevölkerung erschwert werden. Guatemala grenzt im Südosten an Honduras, im Süden an El Salvador, im Norden an Mexiko und im Osten an Belize.


Guatemala ist ein traditionelles Agrarland. Die Hauptexportgüter des Landes sind Textilien und Kaffee, daneben werden Zucker, Baumwolle, Bananen, Tabak, Kautschuk, ätherische Öle und Kardamom ausgeführt.
Zum 1. Januar 2010 erhöhte die Regierung den Mindestlohn, doch auch der erhöhte Mindestlohn reicht nicht aus, um die Kosten der Grundnahrungsmittel, und schon gar nicht die Kosten der Grundbedürfnisse (Bildung, Transport, gesundheitliche Versorgung) zu decken.

Die Armutskennzahlen haben sich nicht verbessert. Nach wie vor lebt mehr als die Hälfte der Bevölkerung in Armut und 15% in extremer Armut, die sich vor allem auf die peripheren und ländlichen Teile des Landes konzentriert. Schätzungen sozialer Organisationen zufolge leiden in Guatemala 4 Millionen Menschen Hunger.  Guatemala weist trotz relativ stabilen Wirtschaftswachstums und eines mittleren Pro-Kopf-Einkommens geringe soziale Standards auf. Gut jede fünfte indigene Frau kann weder lesen noch schreiben; 23 Prozent aller Kinder sind unterernährt. Grundbesitz und Unternehmen befinden sich in den Händen weniger Familien. Die enormen sozialen und ethnischen Ungleichheiten erschweren es, die Armut bis 2015 zu halbieren.
Potenziale bestehen in der Landwirtschaft und im Tourismus. Die Verbesserung der Grundbildung aller Kinder und Jugendlichen dürfte langfristig dazu beitragen, diese Chancen besser zu nutzen, Ungleichheiten zu mildern und das friedliche Zusammenleben zu stärken.